„Helft und ermutigt ihr euch als Christen gegenseitig? Seid
ihr zu liebevollem Trost bereit? Spürt man bei euch etwas von der Gemeinschaft,
die der Heilige Geist schafft? Verbindet euch herzliche und mitf¨hlende Liebe?
Darüber würde ich mich sehr freuen. Vollkommen aber ist meine Freude, wenn ihr
die gleiche Gesinnung habt, in der einen Liebe miteinander verbunden bleibt und
fest zusammenhaltet. Weder Neid noch blinder Ehrgeiz sollen euer Handeln
bestimmen. Im Gegenteil, denkt von euch selbst gering, und achtet den anderen
mehr als euch selbst. Denkt nicht immer zuerst an euch, sondern kümmert und sorgt
euch auch um die anderen. Orientiert euch an Jesus Christus: Obwohl er Gott in
allem gleich war und Anteil an Gottes Herrschaft hatte, bestand er nicht auf
seinen Vorrechten. Nein, er verzichtete darauf und wurde rechtlos wie ein
Sklave. Er wurde wie jeder andere Mensch geboren und lebte als Mensch unter uns
Menschen. Er erniedrigte sich selbst und war Gott gehorsam bis zum Tod, ja, bis
zum schändlichen Tod am Kreuz. Darum hat ihn Gott auch herrlich zu sich erhoben
und ihm den Namen gegeben, der über allen Namen steht. Vor Jesus werden sich
einmal alle beugen: alle Mächte im Himmel, alle Menschen auf der Erde und alle
im Totenreich. Und jeder ohne Ausnahme soll zur Ehre Gottes, des Vaters,
bekennen: Jesus Christus ist der Herr!“
(Philipper 2, 1-11)
Ja, warum gibt es uns als Posaunenchor? Warum tun wir, was wir tun? Was sind
Grundlagen und Ziele unserer Arbeit? Wir möchten Ihnen an dieser Stelle nicht
nur unsere Satzung um die Ohren hauen. Lassen Sie sich einladen auf einige
Gedanken zu dem, was uns bewegt…
„Der Posaunenchor bekennt sich zu dem Herrn Jesus Christus als Gottes Sohn
und Heiland der Welt und hält die Bibel als Gottes Wort für die alleinige
Grundlage des Lebens.“
Spätestens hier werden Sie feststellen: falsche Frage - nicht, ‚was?’ sondern
‚wer?’ lautet die richtige Frage. Es geht in unserer Arbeit letztendlich nicht
um Weltbilder, um Grundsätze, um Weltanschauungen oder um Werte. Nein, es geht
um eine Person, nicht juristisch oder historisch, sondern lebendig. Jesus
Christus, Gottes Sohn - Gott, der uns liebt und dem wir nicht egal sind, der
eine Beziehung zu uns möchte und in dieser Beziehung unser Leben gestalten
möchte. Das wollen wir bekennen – nicht um unsertwillen oder des Bekennens
willen – sondern weil Gott es wert ist, bekannt zu sein und bekannt zu werden.
„Der Posaunenchor versteht sich als christliche Bläsergemeinschaft,
Musikalische Dienstgemeinschaft, Lebensgemeinschaft und Zeugnisgemeinschaft…“
Wenn Christsein mehr sein soll, als der zusätzliche private Wohlfühlfaktor, mehr
als ein Weltbild, das sich abhängig von ökonomischen Verhältnissen oder vom
aktuellen Stand meines persönlichen Lust-und-Laune-Barometers beliebig anpassen
und verwenden lässt, wenn es mehr als das sein soll, dann ist Christsein - ob
uns das passt oder nicht - untrennbar mit Wahrheit und Wirklichkeit verbunden.
Diese Wahrheit in Jesus Christus auch in meinem Leben zur Wirklichkeit werden zu
lassen – darum geht es beim Christsein.
Wir sind christliche Bläsergemeinschaft - Menschen, die im Vertrauen auf Jesus
Christus - so wie ihn uns die Bibel bezeugt - dieses Leben leben.
Wir sind musikalische Dienstgemeinschaft – in der jeder um seiner Begabungen und
Fähigkeiten weiß, die Gott ihm geschenkt hat, sie entwickeln kann und sie zu
seiner Ehre einsetzt.
Wir sind Lebensgemeinschaft – Christsein fängt nicht bei der Freizeit an und
hört nicht mit dem Hobby auf. Wir sind Familienangehörige, Freunde, Nachbarn,
Kollegen; doch darüber hinaus sind wir Geschwister im Glauben an unseren Vater,
der uns angenommen hat.
Wir sind Zeugnisgemeinschaft, - wir leben im Vertrauen und in der Hoffnung auf
diesen Vater. Wir machen Erfahrungen in unserem Glauben - gute und schlechte –
oder auch nicht, wir setzen Dinge in den Sand, feiern Erfolge, lernen und
wachsen miteinander und aneinander.
In alldem sind wir gemeinsam unterwegs. Wir gehen, wir stolpern und wir fallen,
wir rappeln uns wieder auf. Wir sind noch nicht am Ziel, doch wir haben diese
Hoffnung im Herzen, die uns Gott verheißen hat – eine Hoffnung, die unser Leben
hier und nach unserem Tod prägen will.
„Alles aber tue ich um des Evangeliums willen, um an ihm teilzuhaben. Wisst
ihr nicht, dass die, die in der Kampfbahn laufen, die laufen alle, aber einer
empfängt den Siegespreis? Lauft so, dass ihr ihn erlangt. Jeder aber, der
kämpft, enthält sich aller Dinge; jene nun, damit sie einen vergänglichen Kranz
empfangen, wir aber einen unvergänglichen.“
(1.Korinther 9, 23-25)
Starke Sprüche – in einer Welt und zu einer Zeit, in der man beim Jonglieren mit
Begriffen wie ‚Wahrheit’ und ‚Wirklichkeit’ ehe man sich’s versieht oft sehr
schnell mit der Auszeichnung ‚intolerant’, ‚naiv’ oder ‚fundamentalistisch’
versehen wird. Starke Sprüche – vielleicht oder eigentlich – mit Sicherheit.
Doch ich möchte nicht aufhören, zu hoffen und darum zu ringen, dass sich
dahinter nicht nur heiße Luft befindet, sondern, dass von dieser Wahrheit Jesu,
die wir beanspruchen, in unserem Leben und dem unserer Mitmenschen etwas
sichtbar und erlebbar – eben wirklich – wird.
Simon Leins, Kappishäusern